
HPL-Fassadenplatten montieren: Unterkonstruktion, Hinterlüftung und Fugen richtig planen
, Von Anas Ouaari, 8 min Lesezeit

, Von Anas Ouaari, 8 min Lesezeit
Von Christian Richter · Deutsche Kunststoffbedachungen · Lesezeit ca. 5 Minuten
Kurz gesagt: HPL-Fassadenplatten halten Jahrzehnte – wenn drei Dinge stimmen: eine ebene, tragfähige Unterkonstruktion, eine durchgehende Hinterlüftung und eine Befestigung, die der Platte Raum zum Arbeiten lässt. Fest- und Gleitpunkte, ausreichend große Bohrlöcher und 8–10 mm breite Fugen sind keine Kür, sondern Pflicht. Wie Sie Ihre Fassade, das Gartenhaus oder die Garage mit HPL-Platten sauber verkleiden, lesen Sie hier Schritt für Schritt.
HPL-Schichtstoffplatten (High Pressure Laminate) bestehen aus vielen harzgetränkten Papierlagen, die unter hohem Druck und Hitze zu einer massiven, homogenen Platte verpresst werden. Die Oberfläche ist kratzfest, UV-stabil und pflegeleicht – Regen wäscht den meisten Schmutz einfach ab. Für den Außenbereich sind Platten nach DIN EN 438-7 (Kompaktplatten für Fassaden) vorgesehen; unsere Fassaden-HPL-Platten mit 6 mm im Format 3.050 × 1.300 mm gibt es in Anthrazit, Dunkelgrau und Hellgrau für 299,00 € je Platte (rund 3,97 m²). Den Zuschnitt auf Ihre Maße übernehmen wir kostenlos.
Eine HPL-Fassade wird immer als vorgehängte, hinterlüftete Fassade (VHF) ausgeführt. Von innen nach außen sieht der Aufbau so aus:
Die Hinterlüftung ist der wichtigste Punkt: Sie führt Feuchtigkeit ab, die durch die offenen Fugen hinter die Platte gelangt, und verhindert Hitzestau. Insektengitter an den Öffnungen halten Tiere fern, ohne die Luft zu bremsen.
| Kriterium | Holzlattung | Aluminiumprofile |
|---|---|---|
| Kosten | günstig | höher |
| Lebensdauer | gut, wenn trocken und geschützt | sehr lang, korrosionsfrei |
| Verarbeitung | einfach, DIY-tauglich | Systemprofile, exakte Planung |
| Typischer Einsatz | Gartenhaus, Garage, Giebel | Wohnhausfassade, große Flächen |
Bei Holz sollten Sie die Traglatten auf der Sichtseite mit EPDM- oder Fugenband abdecken. Das Band schützt das Holz vor Wasser, das durch die Fuge läuft, und verhindert dunkle Streifen hinter den offenen Fugen. Unser Fugenband schmal 36 mm (39,00 € je 25 m) eignet sich für Zwischenlatten, das breite Band mit 60 mm (59,00 €) für Plattenstöße.
HPL arbeitet mit Temperatur und Luftfeuchte – eine drei Meter lange Platte verändert ihre Länge über das Jahr um mehrere Millimeter. Damit sie sich nicht wölbt oder an den Schrauben reißt, gilt das Festpunkt-Gleitpunkt-Prinzip:
Zwischen zwei HPL-Platten bleibt eine offene Fuge von 8 bis 10 mm. Sie nimmt die Ausdehnung auf und lässt Wasser ablaufen. Damit die Fugen gleichmäßig aussehen, arbeiten Sie mit Abstandsklötzchen aus Kunststoff und zeichnen das Raster vorab an. Zu Fenstern, Türen und Sockel gehört ebenfalls eine Fuge – Platten nie stumpf gegen Bauteile stoßen lassen. Abschlussprofile aus Aluminium schließen Ecken und Kanten sauber ab.
Für Fassaden, Gartenhäuser und Garagen sind 6 mm der bewährte Standard. Bei sehr großen Feldern oder exponierten Lagen kann 8 mm sinnvoll sein – sprechen Sie uns an.
Nein. Ohne Hinterlüftung sammelt sich Feuchtigkeit hinter der Platte. Immer eine Unterkonstruktion mit mindestens 20 mm Luftraum vorsehen.
Auf Holz werden HPL-Platten geschraubt, auf Aluminiumprofilen meist mit Fassadennieten befestigt. Beides ist eine sichtbare Befestigung; entscheidend ist in beiden Fällen das Festpunkt-Gleitpunkt-Prinzip.
Nein. HPL-Kompaktplatten sind durchgehend homogen, die Kanten nehmen kein Wasser auf. Ein leichtes Anfasen der Kanten mit Schleifpapier sorgt für eine saubere Optik.
Ja, das ist ein sehr beliebter Einsatz: Die Platten werten alte Holz- oder Betonwände optisch auf und müssen nie gestrichen werden. Der Aufbau ist derselbe wie an der Hausfassade – Lattung, Hinterlüftung, Fugen.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unsere anwendungstechnische Beratung nur als unverbindliche Unterstützung dient. Für die fachgerechte Anwendung und Verarbeitung unserer Produkte ist der Käufer bzw. Anwender verantwortlich.
Weiterlesen: