
Terrassenüberdachung aus Kunststoff: Welche Platten sind wirklich wetterfest?
, Von Anas Ouaari, 9 min Lesezeit

, Von Anas Ouaari, 9 min Lesezeit
Polycarbonat, Acryl oder PVC: Welche Kunststoffplatten fürs Terrassendach Sonne, Hagel und Frost wirklich aushalten – mit Preisen, Nachteilen und Kauf-Checkliste.
Von Christian Richter · Deutsche Kunststoffbedachungen · Lesezeit ca. 5 Minuten
Kurz gesagt: Für eine wetterfeste Terrassenüberdachung aus Kunststoff sind Stegplatten aus Polycarbonat mit UV-Schutzschicht die beste Wahl: schlagzäh bei Hagel, formstabil bei Frost und Hitze und leicht zu verarbeiten. Acryl ist klarer, aber spröder, PVC altert im Freien deutlich schneller. Entscheidend sind außerdem die richtige Seite nach oben, ein sauberes Alu-Verlegesystem und dichte Kanten.
Wirklich wetterfest für ein Terrassendach ist Polycarbonat mit werkseitig aufgebrachter UV-Schutzschicht. Es ist nahezu unzerbrechlich, bleibt bei Frost elastisch und vergilbt dank der Schutzschicht nur sehr langsam. Acrylglas ist von Natur aus UV-stabil, aber spröder. PVC eignet sich höchstens für kleine, günstige Dächer mit kurzer Nutzungsdauer.
„Wetterfest" bedeutet bei einem Dach mehr als nur Regen abzuhalten. Die Platten müssen jahrelang Sonne, Hagel, Frost, Hitze und Temperaturwechsel aushalten, ohne spröde zu werden oder sich zu verziehen. Die Kunststoffe im Überblick:
Polycarbonat-Stegplatten verbinden drei Dinge, die ein Terrassendach braucht: hohe Schlagfestigkeit, geringes Gewicht und eine Luftschicht in den Kammern, die Hitze und Kälte etwas abpuffert. Mit 16 mm Stärke und passendem Alu-Verlegesystem sind sie die bewährte Lösung für Terrassen am Wohnhaus.
Gegenüber einer massiven Platte haben Stegplatten weitere Vorteile im Alltag:
Die Nachteile einer Polycarbonat-Überdachung sind überschaubar, sollten aber bekannt sein: Die Oberfläche ist kratzempfindlicher als Glas, Regen ist hörbarer, das Material dehnt sich bei Wärme aus und in den Kammern kann sich ohne dichte Kanten Schmutz oder Feuchtigkeit sammeln. Mit richtiger Montage und Pflege lassen sich diese Punkte gut beherrschen.
Ein durchsichtiges Terrassendach lohnt sich, wenn dahinter Wohnräume liegen, die hell bleiben sollen. Opale oder getönte Platten sind die bessere Wahl für eine Südterrasse, weil sie Licht streuen, blenden weniger und die Hitze unter dem Dach spürbar reduzieren. Viele Kunden entscheiden sich deshalb für opal-weiße Stegplatten.
Wer es moderner mag, wählt eine gestreifte Platte wie unsere ZEBRA-Stegplatte in Weiß oder Anthrazit: Sie lässt Licht durch, bietet aber zusätzlich Schatten. Wie stark opale Platten gegen Hitze helfen, erklären wir im Beitrag Terrassendach zu heiß?.
Die Platten für ein Terrassendach von rund 3 x 3 m kosten bei uns je nach Ausführung etwa 165 bis 415 Euro. Gerechnet sind drei Stegplatten aus Polycarbonat, 16 mm, im Format 980 x 3000 mm. Hinzu kommen Alu-Profile, Wandanschluss und Kantenschutz sowie gegebenenfalls die Unterkonstruktion.
| Stegplatte 16 mm | Preis 980 x 3000 mm | 3 Platten (ca. 3 x 3 m) |
|---|---|---|
| X-Struktur opal | 54,54 € | 163,62 € |
| Opal-weiß | 74,69 € | 224,07 € |
| ZEBRA anthrazit | 137,90 € | 413,70 € |
Acrylglas ist in vergleichbarer Ausführung meist teurer als Polycarbonat, PVC ist günstiger, hält aber kürzer. Auf die Jahre gerechnet ist Polycarbonat deshalb oft die wirtschaftlichste Lösung. Eine ausführliche Rechnung finden Sie im Beitrag Was kosten Stegplatten?.
Planen Sie das Dach so, dass die Kammern der Stegplatten in Gefällerichtung laufen. So kann Kondenswasser nach unten ablaufen. Bestellen Sie die Platten am besten direkt auf Maß – dann sparen Sie sich den Zuschnitt auf der Terrasse und die Kanten sind sauber.
Damit Ihr Kunststoffdach viele Jahre wetterfest bleibt, achten Sie beim Kauf auf diese Punkte:
Wie weit die Sparren auseinanderliegen dürfen und welche Schneelast Ihr Dach tragen muss, hängt von Standort und Konstruktion ab. Dazu beraten wir Sie gern persönlich: kostenfrei unter 0800 000 1766 oder per E-Mail an info@dk-bedachungen.de.
UV-stabil heißt, dass ein Kunststoff durch Zusätze oder eine Schutzschicht gegen Sonnenlicht geschützt ist, wie Polycarbonat mit coextrudierter UV-Schicht. UV-beständig beschreibt meist ein Material, das von Natur aus kaum altert, etwa Acrylglas. Für das Dach zählt vor allem, dass der Schutz auf der Oberseite sitzt.
Glas ist kratzfester, leiser und klarer, aber deutlich schwerer und teurer und braucht eine stärkere Unterkonstruktion. Polycarbonat ist leicht, bruchsicher, günstiger und einfacher zu montieren. Für die meisten Terrassen am Einfamilienhaus ist Polycarbonat das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis, Glas eher für eine besonders edle Optik.
Für Dächer und Überdachungen haben sich Polycarbonat und Acrylglas bewährt, für Verkleidungen am Balkon oder an der Fassade HPL-Schichtstoffplatten und Aluverbundplatten. Wichtig ist immer, dass das Material ausdrücklich für den Außenbereich ausgelegt und gegen UV-Strahlung geschützt ist.
Polycarbonat gehört zu den schlagzähesten Kunststoffen überhaupt und übersteht normalen Hagel in der Regel ohne Bruch. Bei sehr großen Hagelkörnern können Dellen oder Spuren entstehen. Acrylglas ist hier empfindlicher. Wer in einer Hagelregion wohnt, sollte daher zu Polycarbonat greifen.
Das regelt jedes Bundesland in seiner Landesbauordnung unterschiedlich. Oft sind kleinere Terrassendächer bis zu einer bestimmten Fläche oder Tiefe genehmigungsfrei, Abstände zum Nachbarn gelten trotzdem. Fragen Sie vor dem Kauf kurz beim örtlichen Bauamt nach, das schafft Sicherheit.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unsere anwendungstechnische Beratung nur als unverbindliche Unterstützung dient. Für die fachgerechte Anwendung und Verarbeitung unserer Produkte ist der Käufer bzw. Anwender verantwortlich.
Christian Richter
Technischer Kundenberater · Experte für Vordächer, Bedachungen, Balkone und HPL-Platten, Deutsche Kunststoffbedachungen
Berät Privatkunden und Handwerker zu Vordächern, Terrassendächern, Balkonverkleidungen und HPL-Platten – vom Aufmaß über den Zuschnitt bis zur Montage. Fragen zum Beitrag: info@dk-bedachungen.de oder 0800 000 1766 (kostenfrei).
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