
Vordach an der Hauswand abdichten: Wandanschluss, Silikon und typische Fehler
, Von Anas Ouaari, 8 min Lesezeit

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Vordach an der Hauswand abdichten: Warum Wasser in den Spalt läuft, ob Wandanschlussprofil oder Silikon besser hält und wie Sie den Anschluss in fünf Schritten dicht bekommen.
Von Christian Richter · Deutsche Kunststoffbedachungen · Lesezeit ca. 5 Minuten
Kurz gesagt: Läuft Wasser zwischen Vordach und Hauswand durch, liegt das fast immer an einem fehlenden oder gealterten Wandanschluss. Dauerhaft dicht wird es mit einem Wandanschlussprofil oder -blech, das den Spalt von oben überdeckt, und einer sauber ausgeführten Silikonfuge. Silikon allein ohne Abdeckung ist nur eine Übergangslösung.
Den Spalt zwischen Vordach und Hauswand dichten Sie am zuverlässigsten mit einem Wandanschlussprofil ab, das an der Wand befestigt wird und die Oberkante des Vordachs überdeckt. Die obere Kante des Profils zur Wand wird mit einem witterungsbeständigen, neutral vernetzenden Silikon geschlossen. So läuft Regenwasser über das Profil auf das Dach statt in den Spalt.
Wichtig ist das Prinzip dahinter: Wasser, das an der Fassade herunterläuft, muss oberhalb der Anschlussstelle abgefangen und auf die Dachfläche geleitet werden. Eine Fuge, die nur von vorne verschlossen ist, hält dem Druck von Schlagregen und den Bewegungen zwischen Wand und Vordach meist nicht lange stand.
Wasser läuft meist hinter das Vordach, weil der Wandanschluss fehlt, die Silikonfuge gerissen oder abgelöst ist, das Vordach kein ausreichendes Gefälle nach vorne hat oder Regen von der Fassade direkt in den offenen Spalt läuft. Auch undichte Bohrlöcher der Wandhalter können Feuchtigkeit in die Wand leiten.
Die häufigsten Ursachen im Überblick:
Hinweis: Feuchte Flecken an der Innenseite der Wand oder abplatzender Putz unter dem Vordach sind ein Warnsignal. Lassen Sie die Wand vor dem neuen Abdichten gut austrocknen und Schäden am Putz ausbessern – sonst schließen Sie die Feuchtigkeit ein.
Dauerhaft hält die Kombination: Das Wandanschlussprofil übernimmt die eigentliche Wasserführung, Silikon schließt nur die schmale Fuge zwischen Profil und Wand. Silikon allein ohne Profil ist dagegen der Witterung direkt ausgesetzt und muss deutlich häufiger erneuert werden. Bauschaum ist für außen ungeeignet.
| Lösung | Haltbarkeit | Geeignet für |
|---|---|---|
| Profil + Silikon | Sehr gut | Neubau und Nachrüstung |
| Nur Silikon | Begrenzt | Kleine Fugen, Übergangslösung |
| Dichtband | Gut, wenn abgedeckt | Hinter einem Profil |
| Bauschaum | Ungeeignet | Nicht für den Außenbereich |
Ein Wandanschlussblech ist ein abgekantetes Profil aus Aluminium oder Blech, das an der Hauswand oberhalb des Vordachs befestigt wird und mit einem Schenkel über die Dachfläche ragt. Es leitet das Wasser von der Fassade auf das Dach und deckt den Spalt zwischen Wand und Vordach ab. Die obere Kante zur Wand wird mit Silikon versiegelt.
Bei manchen Vordachmodellen gehört ein passendes Profil bereits zum Lieferumfang – unser Pultvordach Amsterdam (205 cm, ab 1.039,00 €) etwa hat ein Alu-Wandanschlussprofil, das die Fassade an der Anschlussstelle schützt. Bei anderen Modellen lässt sich ein Anschlussprofil nachrüsten. Welche Lösung zu Ihrem Vordach und Ihrer Fassade passt, klären wir gern mit Ihnen.
Mit etwas Sorgfalt lässt sich ein undichter Anschluss an einem trockenen Tag selbst erneuern:
Tipp aus der Montage: Verwenden Sie bei Vordächern mit Polycarbonat- oder Acrylglas-Eindeckung nur neutral vernetzendes Silikon. Essigvernetzendes Sanitärsilikon kann den Kunststoff angreifen und zu feinen Spannungsrissen führen. Unser Spezialsilikon aus dem Zubehör erhalten Sie für 11,90 €.
Kontrollieren Sie die Fuge danach einmal im Jahr, am besten im Herbst zusammen mit der Reinigung des Vordachs. Kleine Ablösungen lassen sich dann frühzeitig nachbessern, bevor Wasser in die Wand zieht.
Verwenden Sie ein neutral vernetzendes, UV- und witterungsbeständiges Silikon, das auf Putz, Aluminium und Kunststoff haftet. Essigvernetzende Sanitärsilikone sind für den Außenanschluss ungeeignet und können Polycarbonat oder Acrylglas schädigen. Achten Sie außerdem auf einen sauberen, trockenen und tragfähigen Untergrund.
Nein. Bauschaum ist nicht UV-beständig, nimmt Wasser auf und zerbröselt im Außenbereich mit der Zeit. Außerdem kann er sich ausdehnen und das Vordach verspannen. Für einen dauerhaft dichten Anschluss sind ein Wandanschlussprofil und eine elastische Silikonfuge die richtige Lösung.
Bohrlöcher für Wandhalter füllen Sie vor dem Setzen des Dübels mit einer geeigneten Dichtmasse, sodass beim Eindrehen der Schraube alles verfüllt wird. Überschüssige Masse um den Halter herum glätten. So kann kein Wasser entlang der Schraube ins Mauerwerk laufen. Leere Bohrlöcher alter Halter verschließen Sie ebenso.
Das hängt von Wetterseite, Material und Ausführung ab. Eine Fuge, die durch ein Wandanschlussprofil geschützt ist, hält deutlich länger als eine frei bewitterte. Prüfen Sie die Fuge jährlich und erneuern Sie sie, sobald sie reißt, sich vom Untergrund löst oder hart und spröde wird.
Bei einem Wärmedämmverbundsystem darf durch Befestigung und Anschluss kein Wasser in die Dämmung gelangen. Halter und Profil müssen dafür mit geeigneten Montagesystemen gesetzt und sorgfältig abgedichtet werden. Sprechen Sie uns vor der Montage an – Details zur Befestigung finden Sie auch in unserem Beitrag zu Vordächern an WDVS-Fassaden.
Haben Sie Fragen zu Ihrem Vordach oder zum passenden Wandanschluss? Rufen Sie uns kostenfrei an unter 0800 000 1766 oder schreiben Sie an info@dk-bedachungen.de.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unsere anwendungstechnische Beratung nur als unverbindliche Unterstützung dient. Für die fachgerechte Anwendung und Verarbeitung unserer Produkte ist der Käufer bzw. Anwender verantwortlich.
Christian Richter
Technischer Kundenberater · Experte für Vordächer, Bedachungen, Balkone und HPL-Platten, Deutsche Kunststoffbedachungen
Berät Privatkunden und Handwerker zu Vordächern, Terrassendächern, Balkonverkleidungen und HPL-Platten – vom Aufmaß über den Zuschnitt bis zur Montage. Fragen zum Beitrag: info@dk-bedachungen.de oder 0800 000 1766 (kostenfrei).
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