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Wandanschluss am Terrassendach abdichten: So bleibt die Hauswand dauerhaft trocken

Wandanschluss am Terrassendach abdichten: So bleibt die Hauswand dauerhaft trocken

, Von Anas Ouaari, 8 min Lesezeit

Terrassendach-Wandanschluss dauerhaft abdichten: Alu-Profil mit Dichtlippe, Kompriband, passender Dichtstoff, Anleitung in 7 Schritten und typische Fehler.

Von Christian Richter · Deutsche Kunststoffbedachungen · Lesezeit ca. 5 Minuten

Kurz gesagt: Der Wandanschluss ist die Stelle, an der ein Terrassendach am häufigsten undicht wird. Silikon allein hält das Wasser nur wenige Jahre ab. Dauerhaft dicht bleibt der Übergang von Hauswand zu Stegplatten nur mit einem mechanisch befestigten Alu-Wandanschlussprofil mit Dichtlippe, einem sauberen Untergrund und einer ausreichend kräftig bemessenen Entwässerung. Wie Sie dabei vorgehen, welche Fehler Sie vermeiden sollten und was das Wandanschlussprofil aus unserem Sortiment kostet, lesen Sie hier.

Warum gerade der Wandanschluss so oft undicht wird

Ein Terrassendach aus 16 mm Stegplatten liegt auf Sparren und Alu-Schraubprofilen, die Wasser sicher in Richtung Dachrinne ableiten. An der Hauswand aber treffen zwei Bauteile aufeinander, die sich unterschiedlich verhalten: Das Polycarbonat dehnt sich bei Sonne deutlich aus und zieht sich bei Kälte wieder zusammen, während Putz oder Mauerwerk still stehen. Jede starre Verbindung reißt deshalb früher oder später.

Dazu kommt: Bei Schlagregen läuft Wasser die Fassade herunter und trifft genau auf diese Fuge. Wer hier nur eine Silikonraupe zieht, hat nach zwei bis drei Wintern die ersten feuchten Stellen an der Innenwand oder Tropfwasser über der Terrassentür.

Die richtige Lösung: Alu-Wandanschlussprofil mit Dichtlippe

Ein Wandanschlussprofil aus Aluminium wird oberhalb der Stegplatten waagerecht an der Wand verschraubt. Es hat zwei Aufgaben: Nach oben schließt es die Fuge zur Wand ab, nach unten legt sich eine weiche Dichtlippe flächig auf die Stegplatten. So kann sich die Platte frei bewegen, ohne dass die Abdichtung reißt.

Unser Alu-Wandanschluss für 16 mm Stegplatten ist 115 mm breit, für Dachneigungen zwischen 8 und 18 Grad ausgelegt und in Längen von 3,1 m bis 7,1 m erhältlich – ab 55,49 € pro Profil. Für breitere Dächer verbinden Sie zwei Profile mit dem passenden Verbindungsstück (4,90 €). Den Zuschnitt auf Ihre Dachbreite übernehmen wir kostenlos.

Hinweis: Bei Dächern mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS) darf das Profil nicht einfach in die Dämmung geschraubt werden. Hier sind spezielle Dämmstoffdübel oder eine Befestigung im tragenden Mauerwerk dahinter nötig. Fragen Sie im Zweifel den Hersteller des Dämmsystems oder unsere Beratung.

Schritt für Schritt: Wandanschluss abdichten

  1. Untergrund vorbereiten. Entfernen Sie altes Silikon, losen Putz, Algen und Staub restlos. Die Wand muss trocken, fest und möglichst eben sein – auf rauem Putz liegt die Dichtlippe später nicht flächig an.
  2. Höhe anzeichnen. Das Profil sitzt so, dass die Dichtlippe mit leichtem Druck auf der obersten Stegplattenkante aufliegt. Markieren Sie die Linie mit der Wasserwaage über die gesamte Breite.
  3. Verdeckte Dichtung einbauen. Kleben Sie auf die Rückseite des Profils ein vorkomprimiertes Dichtband (Kompriband) oder ein EPDM-Band. Das ist die eigentliche Sperre gegen Wasser, das an der Fassade herunterläuft – nicht die sichtbare Fuge.
  4. Profil befestigen. Verschrauben Sie das Profil im Abstand von etwa 30–40 cm mit Dübeln, die zu Ihrem Wandaufbau passen (Vollziegel, Hochlochziegel, Beton, Porenbeton). Nicht überdrehen – Aluminium verzieht sich sonst.
  5. Stegplatten mit Luft montieren. Die Platten dürfen nicht stramm bis an die Wand stoßen. Ein Ausdehnungsspiel von einigen Millimetern ist Pflicht, sonst drückt die Platte im Sommer gegen das Profil.
  6. Sichtbare Fuge schließen. Die verbleibende Fuge zwischen Profiloberkante und Wand füllen Sie mit einem neutral vernetzenden, kunststoffverträglichen Dichtstoff. Essigvernetzendes Sanitärsilikon greift Polycarbonat an und gehört nicht ans Terrassendach.
  7. Dichtheit prüfen. Nach dem Aushärten (in der Regel 24 Stunden) mit dem Gartenschlauch von oben wässern und die Innenseite kontrollieren.
Tipp aus der Montage: Ziehen Sie die Dichtstofffuge erst, wenn das Profil komplett verschraubt ist und die Platten liegen. Wer zuerst abdichtet und dann schraubt, reißt die frische Fuge wieder auf. Und: Ein Dichtstoff-Glätter mit etwas Spülmittelwasser sorgt für eine saubere, hohlraumfreie Fuge.

Welche Abdichtung hält wie lange?

Lösung Aufwand Haltbarkeit Geeignet für
Nur Silikonfuge gering wenige Jahre Notlösung
Alu-Wandanschluss + Dichtstoff mittel viele Jahre Standard am Stegplattendach
Alu-Wandanschluss + Kompriband + Dichtstoff mittel sehr lang Wetterseite, rauer Putz
Zusätzliches Wandanschlussblech in Putzschlitz hoch sehr lang Neubau, Fassadensanierung

Die fünf häufigsten Fehler

  • Abdichten auf feuchtem oder schmutzigem Untergrund. Dichtstoff haftet dann nicht, die Fuge löst sich nach dem ersten Frost.
  • Falsches Silikon. Essigvernetzende Produkte machen Polycarbonat spröde. Nur neutral vernetzende, kunststoffverträgliche Dichtstoffe verwenden.
  • Platten zu stramm eingebaut. Ohne Dehnungsspiel drückt die Platte gegen das Profil und die Fuge reißt.
  • Zu kleine Dachrinne. Läuft die Rinne bei Starkregen über, staut sich Wasser bis zur Wand zurück. Rinne und Fallrohr großzügig wählen.
  • Seitliche Anschlüsse vergessen. Wo das Dach an eine Seitenwand oder einen Erker stößt, braucht es ebenfalls ein Profil – nicht nur oben.

Wandanschluss nachträglich sanieren

Ist ein bestehendes Dach undicht, lohnt sich meist der Austausch statt des Nachbesserns: Altes Silikon komplett entfernen, alte Profile abschrauben, Untergrund reinigen und dann wie oben beschrieben neu aufbauen. Prüfen Sie bei der Gelegenheit auch die Kantenverschlüsse der Stegplatten und ersetzen Sie brüchige Dichtgummis in den Schraubprofilen. Ein Nachmittag Arbeit spart Ihnen jahrelanges Ärgern mit Tropfwasser.

Häufige Fragen

Reicht Silikon, um den Wandanschluss abzudichten?+

Nur kurzfristig. Weil sich Stegplatten und Wand unterschiedlich bewegen, reißt eine reine Dichtstofffuge nach wenigen Jahren. Ein mechanisch befestigtes Wandanschlussprofil mit Dichtlippe ist die dauerhafte Lösung; der Dichtstoff schließt nur noch die verbleibende Fuge zur Wand.

Welchen Dichtstoff darf ich an Polycarbonat verwenden?+

Nur neutral vernetzende Dichtstoffe, die vom Hersteller ausdrücklich als kunststoff- bzw. polycarbonatverträglich gekennzeichnet sind. Essigvernetzendes Silikon aus dem Sanitärbereich ist ungeeignet.

Passt das Alu-Wandanschlussprofil zu jedem Stegplattendach?+

Unser Profil ist auf 16 mm Stegplatten und Dachneigungen von 8 bis 18 Grad abgestimmt. Für andere Plattenstärken oder Neigungen sprechen Sie uns bitte vor der Bestellung an.

Wie befestige ich das Profil an einer gedämmten Fassade?+

Bei WDVS-Fassaden sind spezielle Dämmstoffdübel oder eine Verankerung im tragenden Mauerwerk hinter der Dämmung nötig. Der Durchbruch durch die Dämmung muss zusätzlich abgedichtet werden. Lassen Sie sich hier fachlich beraten.

Wie oft sollte ich den Wandanschluss kontrollieren?+

Einmal im Jahr, am besten im Frühjahr: Dichtlippe auf Risse prüfen, Fuge auf Ablösungen kontrollieren und die Dachrinne reinigen. Kleine Schäden lassen sich dann mit wenig Aufwand beheben.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unsere anwendungstechnische Beratung nur als unverbindliche Unterstützung dient. Für die fachgerechte Anwendung und Verarbeitung unserer Produkte ist der Käufer bzw. Anwender verantwortlich. Bei Fragen zur Konstruktion erreichen Sie uns kostenfrei unter 0800 000 1766 oder per E-Mail an info@dk-bedachungen.de.

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