
Wellplatten verlegen: Die 8 häufigsten Fehler – und wie Sie sie vermeiden
, Von Anas Ouaari, 10 min Lesezeit

, Von Anas Ouaari, 10 min Lesezeit
Die 8 häufigsten Fehler beim Verlegen von Wellplatten – von Gefälle und Überlappung bis Verschraubung und UV-Seite – und wie Sie Ihr Dach von Anfang an dicht bekommen.
Von Christian Richter · Deutsche Kunststoffbedachungen · Lesezeit ca. 5 Minuten
Kurz gesagt: Die meisten Probleme mit Wellplatten entstehen nicht durch das Material, sondern beim Verlegen: zu wenig Gefälle, Überlappung in die falsche Richtung, Schrauben im Wellental, zu kleine Bohrlöcher oder die UV-Seite nach unten. Wer diese acht typischen Fehler kennt, bekommt ein dichtes, ruhiges Dach, das viele Jahre hält – egal ob auf Carport, Gartenhaus oder Terrasse.
Wellplatten verlegen Sie richtig, indem Sie mit ausreichend Gefälle auf einer geraden Unterkonstruktion arbeiten, von der wetterabgewandten Seite her beginnen, seitlich um eine Welle überlappen und jede Schraube mit Kalotte und Dichtung im Wellenberg setzen. Die Bohrlöcher werden größer als die Schraube gebohrt, damit die Platte sich bei Wärme ausdehnen kann.
Bei unseren Polycarbonat-Wellplatten im Profil 76/18 nennt der Hersteller eine Mindestdachneigung von 7°. In Längsrichtung sind je nach Dachneigung rund 150 bis 200 mm Überlappung üblich – je flacher das Dach, desto mehr. Genau an diesen Stellen passieren in der Praxis die meisten Fehler.
Die häufigsten Fehler beim Verlegen von Wellplatten sind zu geringes Gefälle, falsche Verlegerichtung, Schrauben im Wellental, zu kleine Bohrlöcher, zu fest angezogene Schrauben, fehlende Profilfüller, eine nach unten zeigende UV-Seite und eine schiefe Unterkonstruktion. Jeder dieser Fehler kann zu Undichtigkeiten, Rissen oder Geräuschen führen – und lässt sich vorher leicht vermeiden.
| Fehler | Typische Folge | So geht es richtig |
|---|---|---|
| Zu flaches Dach | Stehendes Wasser, Schmutz | Mindestneigung laut Hersteller einhalten |
| Schraube im Tal | Tropfstellen | Immer im Wellenberg schrauben |
| Loch zu klein | Knacken, Risse | Loch größer als Schraube bohren |
| Falsche Richtung | Regen unter dem Stoß | Von der wetterabgewandten Seite starten |
| UV-Seite unten | Vergilben, Verspröden | Folienaufdruck beachten |
Zwei dieser Punkte sorgen besonders oft für Rückfragen: die Überlappung und die Zahl der Schrauben.
Seitlich überlappen Wellplatten in der Regel um eine Welle. In Längsrichtung, also wenn zwei Platten hintereinander liegen, sind je nach Dachneigung rund 150 bis 200 mm üblich; bei flacheren Dächern eher mehr. Die obere Platte liegt dabei immer auf der unteren, damit das Wasser über den Stoß hinwegläuft und nicht hinein.
Bei sehr flachen Dächern oder starkem Wind lohnt sich zusätzlich ein Dichtband im Stoß. Wichtig: Der Längsstoß sollte immer auf einer Pfette liegen, damit beide Platten dort gemeinsam verschraubt werden können.
Wie viele Schrauben Sie brauchen, hängt vom Plattentyp, der Lage und der Unterkonstruktion ab. Als Faustregel werden Wellplatten an Traufe und First enger verschraubt als auf den Zwischenpfetten, und an jeder seitlichen Überlappung sitzt eine Schraube. Maßgeblich ist immer die Verlegeanleitung des Herstellers, bei windexponierten Lagen sprechen Sie uns bitte an.
Lieber ein paar Schrauben mehr an den Rändern als zu wenige: Bei Sturm greift der Wind vor allem an Traufe und Ortgang an. Verwenden Sie ausschließlich passende Schrauben mit Kalotte und Dichtscheibe, die zum Profil Ihrer Platte passen.
Tipp aus der Montage
Legen Sie vor dem ersten Bohrloch alle Platten einmal lose auf und markieren Sie die Pfettenlinien mit einer Schnur und einem wasserlöslichen Stift. So sitzen später alle Schrauben in einer Flucht, die Platten verlaufen gerade, und Sie sehen sofort, ob die Überlappungen überall passen. Bohren Sie ohne Schlag und mit wenig Druck, bei kühlem Wetter besonders vorsichtig.
Nach oben gehört immer die UV-geschützte Seite. Sie ist bei Markenplatten auf der Schutzfolie oder einem Aufkleber gekennzeichnet. Ziehen Sie die Folie erst nach der Montage ab und prüfen Sie die Markierung, bevor Sie die erste Platte verschrauben – eine falsch herum verlegte Platte lässt sich später nur durch Austausch korrigieren.
Bei Platten mit Wabenstruktur, wie unserer Polycarbonat-Wellplatte 76/18 Wabe, liegt die Wabenprägung auf der Unterseite. Auch das ist eine gute Orientierung, ersetzt aber nicht den Blick auf die Herstellerkennzeichnung.
Wichtig: Welche Pfettenabstände bei Ihrem Dach zulässig sind und welche Schnee- und Windlasten es tragen muss, hängt von Standort, Plattentyp und Konstruktion ab. Pauschale Werte nennen wir hier bewusst nicht. Rufen Sie uns kostenfrei an unter 0800 000 1766 oder schreiben Sie an info@dk-bedachungen.de – wir helfen Ihnen bei der Planung.
Das hängt vom Plattentyp ab. Für unsere Polycarbonat-Wellplatten im Profil 76/18 nennt der Hersteller mindestens 7°, damit Regen sicher über die Wellen abläuft. Liegt Ihr Dach knapp an dieser Grenze, planen Sie größere Längsüberlappungen und zusätzliche Dichtbänder ein. Bei anderen Profilen gilt die jeweilige Herstellerangabe.
Das Bohrloch muss spürbar größer sein als der Schraubendurchmesser, damit sich die Platte bei Wärme bewegen kann. Die Kalotte mit Dichtscheibe deckt das größere Loch zuverlässig ab. Den genauen Durchmesser nennt die Verlegeanleitung des Herstellers. Bohren Sie immer ohne Schlag und von oben durch den Wellenberg.
Nein. Wellplatten sind nicht selbsttragend und brauchen immer eine tragfähige Unterkonstruktion aus Pfetten oder Latten, auf der sie verschraubt werden. Ohne Auflager biegen sie durch, sammeln Wasser und können bei Wind abheben. Wie die Unterkonstruktion für Ihr Dach aussehen sollte, besprechen wir gern persönlich mit Ihnen.
Nein, Wellplatten aus Kunststoff sind nicht begehbar. Für Arbeiten auf dem Dach legen Sie stabile Bohlen quer über mehrere Pfetten und bewegen sich nur darauf. Sicherer ist es, von einer Leiter oder einem Gerüst aus zu arbeiten und die Platten vom Rand her zu montieren.
Unsere Polycarbonat-Wellplatte 76/18 Wabe in Klar kostet im Format 3000 x 1045 mm aktuell 87,47 Euro, das sind rund 28 Euro pro Quadratmeter. Dazu kommen Schrauben mit Kalotte, Profilfüller und gegebenenfalls Firsthauben oder Wandanschlüsse. Den Bedarf rechnen wir Ihnen auf Wunsch gern aus.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unsere anwendungstechnische Beratung nur als unverbindliche Unterstützung dient. Für die fachgerechte Anwendung und Verarbeitung unserer Produkte ist der Käufer bzw. Anwender verantwortlich.
Christian Richter
Technischer Kundenberater · Experte für Vordächer, Bedachungen, Balkone und HPL-Platten, Deutsche Kunststoffbedachungen
Berät Privatkunden und Handwerker zu Vordächern, Terrassendächern, Balkonverkleidungen und HPL-Platten – vom Aufmaß über den Zuschnitt bis zur Montage. Fragen zum Beitrag: info@dk-bedachungen.de oder 0800 000 1766 (kostenfrei).
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