
Balkon überdachen mit Stegplatten: Was Sie vorher klären müssen
, Von Anas Ouaari, 11 min Lesezeit

, Von Anas Ouaari, 11 min Lesezeit
Balkon mit Stegplatten überdachen: Welche Genehmigung Sie brauchen, welche 16-mm-Platten passen, wie das Dach an der Hauswand hält und wie Sie Platten und Profile berechnen.
Von Christian Richter · Deutsche Kunststoffbedachungen · Lesezeit ca. 5 Minuten
Kurz gesagt: Einen Balkon können Sie mit 16 mm starken Polycarbonat-Stegplatten überdachen – sie wiegen nur rund 2,5 kg/m², sind beidseitig UV-geschützt und lassen je nach Farbe 69 bis 78 % Licht durch. Entscheidend sind vorher drei Punkte: die Erlaubnis von Vermieter, Eigentümergemeinschaft oder Bauamt, eine tragfähige Befestigung an der Hauswand und mindestens etwa 5 Grad Gefälle.
Ja, Stegplatten aus Polycarbonat eignen sich gut für ein Balkondach, weil sie leicht, hagelfest und lichtdurchlässig sind. Eine 16-mm-Platte wiegt rund 2,5 kg/m² und lässt sich auf einer schlanken Unterkonstruktion aus Holz oder Aluminium verlegen. So bleibt der Balkon trocken, ohne dass die Wohnung dahinter dunkel wird.
Anders als bei einer Terrasse fehlt am Balkon meist der Platz für Pfosten. Das Dach hängt deshalb häufig nur an der Hauswand oder stützt sich auf die Balkonplatte bzw. das Geländer. Genau hier liegt die Grenze des Selbstbaus: Wie viel Last die Wand und der Balkon aufnehmen können, muss vor dem Kauf geklärt sein. Die Platten selbst sind dabei selten das Problem – die Befestigung ist es.
Typische Einsatzfälle sind:
Für eine Balkonüberdachung brauchen Sie fast immer eine Zustimmung, oft sogar mehrere. In der Mietwohnung muss der Vermieter zustimmen, in der Eigentumswohnung meist die Eigentümergemeinschaft, weil die Fassade Gemeinschaftseigentum ist. Ob zusätzlich eine Baugenehmigung nötig ist, regelt die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes – fragen Sie beim örtlichen Bauamt nach.
Das Bauamt interessiert sich vor allem für Abstandsflächen, das Erscheinungsbild der Fassade und bei Mehrfamilienhäusern für einheitliche Lösungen. Klären Sie die Frage schriftlich, bevor Sie bestellen: Ein Rückbau ist teurer als eine Anfrage. Wie die Regeln bei kleinen Dächern am Hauseingang aussehen, zeigt unser Beitrag Vordach und Baugenehmigung – viele Grundsätze gelten für Balkondächer ähnlich.
Wichtig bei Mehrfamilienhäusern: Leiten Sie das Regenwasser nicht auf den Balkon darunter oder die Terrasse des Nachbarn. Planen Sie eine Regenrinne mit Ablauf ein und sprechen Sie die Lösung mit Verwaltung und Nachbarn ab.
Für ein Balkondach empfehlen wir 16 mm starke Polycarbonat-Stegplatten, weil es dafür ein komplettes System aus Schraubprofilen, Wandanschluss und Kantenschutz gibt. Die Platten sind beidseitig UV-geschützt, in 980, 1.200 oder 2.100 mm Breite und bis 7 m Länge erhältlich und werden kostenlos auf Ihr Maß zugeschnitten.
Bei der Farbe entscheiden Sie zwischen Licht und Sichtschutz. Klare Platten machen den Balkon am hellsten, opale Platten streuen das Licht und verdecken Laub und Schmutz von unten. Bronze dämpft die Helligkeit spürbar und wirkt warm.
| Platte | Licht | Wirkung am Balkon | Passt, wenn … |
|---|---|---|---|
| 16 mm klar | ca. 78 % | hell, freie Sicht nach oben | die Wohnung nicht dunkler werden soll |
| 16 mm opal-weiß | ca. 69 % | weiches Licht, blendfrei | der Balkon in der Sonne liegt |
| 16 mm bronze | gedämpft | warm, schattig | Sie Sichtschutz von oben möchten |
| Zebra 16 mm | gestreift | Licht-Schatten-Muster | das Dach ein Gestaltungselement sein soll |
Alle Varianten finden Sie in der Kategorie Stegplatten 16 mm. Wer unsicher ist, bestellt vorher ein Musterstück und hält es an die Fassade.
Ein Balkondach wird an der Hauswand über eine Wandpfette oder Konsolen befestigt, auf denen die Sparren liegen; vorne tragen Pfette und Stützen oder Ausleger. Den Übergang zur Wand dichtet ein Wandanschlussprofil ab. Welche Dübel, Abstände und Querschnitte nötig sind, hängt von Wandaufbau, Dachgröße und Schneelast ab – das klären Sie vorher mit uns oder einem Fachbetrieb.
Für den Aufbau gilt:
Wie Wandanschluss und Silikon im Detail sitzen, erklärt der Beitrag Wandanschluss am Terrassendach abdichten. Die Reihenfolge der Profile zeigt unsere Verlegeanleitung für Stegplatten mit Alu-Komplettsystem.
Tipp aus der Montage
Messen Sie die Balkonbreite an drei Stellen – an der Wand, in der Mitte und vorne. Alte Fassaden sind selten exakt im Lot. Rechnen Sie mit dem kleinsten Maß, dann klemmt später kein Profil am Mauerwerk, und tragen Sie Ihre Wunschlänge beim Bestellen ins Kommentarfeld ein.
Für einen 3 m breiten Balkon brauchen Sie in der Regel drei 16-mm-Stegplatten mit 980 mm Breite, zwei Schraubprofile Mitte, zwei Schraubprofile Rand und einen Wandanschluss in 3,1 m Länge. Dazu kommen Kantenverschlussband, ein U-Profil mit Tropfnase und die passenden Schrauben für Holz oder Metall.
So gehen Sie bei der Mengenberechnung vor:
Alle Teile finden Sie unter Stegplatten-Zubehör. Den aktuellen Preis sehen Sie direkt auf der Produktkarte. Innerhalb Deutschlands gilt: Versand ab 750 € Bestellwert kostenlos.
Am Balkon müssen Sie Regenwasser, Schnee und Wind bewusster einplanen als auf der Terrasse, weil das Dach höher liegt und Wasser auf andere Wohnungen laufen kann. Planen Sie eine Rinne mit Ablauf, prüfen Sie die Schneelast Ihrer Region und lassen Sie die Befestigung für Windsog auslegen.
Gerade bei Wind wirkt auf ein Dach in der dritten Etage mehr Kraft als auf einen Sitzplatz im Garten. Seitenwände erhöhen diese Kräfte zusätzlich. Zahlen für Sparrenabstände oder Lasten nennen wir hier bewusst nicht, weil sie von Plattenstärke, Dachgröße und Standort abhängen. Rufen Sie uns an unter 0800 000 1766 (kostenlos) oder schreiben Sie an info@deutsche-kunststoffbedachungen.de – mit Fotos und Maßen können wir die Konstruktion besser einschätzen.
Zum Geräusch: Polycarbonat-Stegplatten mit 16 mm haben ein Schalldämmmaß von 21 dB. Regen hört man trotzdem, aber gedämpfter als auf dünnen Wellplatten. Mehr dazu im Beitrag Wie laut sind Stegplatten bei Regen?
Für ein Balkondach ist beidseitig UV-geschütztes Polycarbonat die sichere Wahl, weil dann die Verlegerichtung der Oberseite keine Rolle spielt. Unsere 6-, 10-, 16- und 25-mm-Stegplatten sind beidseitig geschützt, nur die 4,5-mm-Platte hat einen einseitigen UV-Schutz. Bei einseitigem Schutz muss die markierte Seite nach oben zeigen.
Doppelstegplatten aus Polycarbonat sind nicht so klar wie Glas, zeigen von unten Schmutz in den Kammern, wenn die Kanten offen bleiben, und dehnen sich bei Wärme aus. Diese Punkte lösen Sie mit Kantenverschlussband, größer vorgebohrten Löchern und Profilen mit Spiel. Regen ist hörbar, aber gedämpft.
Ein Dach aus Polycarbonat-Stegplatten hält bei fachgerechter Verlegung viele Jahre; auf unsere 16-mm-Platten gibt der Hersteller 10 Jahre Werksgarantie gemäß Garantiebestimmungen. Entscheidend für die Haltbarkeit sind beidseitiger UV-Schutz, geschlossene Kanten und regelmäßiges Reinigen ohne Scheuermittel.
Stegplatten werden mit Schraubprofilen befestigt: Das Unterteil wird auf den Sparren geschraubt, die Platte eingelegt und das Oberteil mit Dichtlippen aufgeschraubt. Direkt durch die Platte schraubt man nicht. Für Holz- und Metallsparren gibt es jeweils passende Edelstahlschrauben im Zubehör.
Eine Balkonüberdachung dürfen Sie als Mieter nur mit schriftlicher Zustimmung des Vermieters anbringen, weil sie fest mit der Fassade verbunden wird. Klären Sie vorab auch, ob Sie das Dach beim Auszug zurückbauen müssen. Ohne Bohrungen in der Fassade ist ein Balkondach in der Regel nicht sicher zu befestigen.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unsere anwendungstechnische Beratung nur als unverbindliche Unterstützung dient. Für die fachgerechte Anwendung und Verarbeitung unserer Produkte ist der Käufer bzw. Anwender verantwortlich.
Christian Richter
Technischer Kundenberater · Experte für Vordächer, Bedachungen, Balkone und HPL-Platten, Deutsche Kunststoffbedachungen
Berät Privatkunden und Handwerker zu Vordächern, Terrassendächern, Balkonverkleidungen und HPL-Platten – vom Aufmaß über den Zuschnitt bis zur Montage. Fragen zum Beitrag: info@deutsche-kunststoffbedachungen.de oder 0800 000 1766 (kostenlos).
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