
Stegplatten abdichten: Welche Dichtung gehört wohin?
, Von Anas Ouaari, 9 min Lesezeit

, Von Anas Ouaari, 9 min Lesezeit
Welche Dichtung gehört an Sparren, Kante und Wand? So dichten Sie Stegplatten mit Dichtlippen-Profilen, Kantenband und passendem Silikon dauerhaft ab.
Von Christian Richter · Deutsche Kunststoffbedachungen · Lesezeit ca. 5 Minuten
Kurz gesagt: Ein Stegplattendach wird nicht mit Silikon dicht, sondern durch das richtige System: Schraubprofile mit Dichtlippen an den Längsstößen, verschlossene Plattenkanten, ein sauber ausgeführter Wandanschluss und ausreichend Gefälle. Silikon ist nur die Ergänzung an wenigen Punkten – und muss kunststoffverträglich sein. Hier lesen Sie, welche Dichtung wohin gehört und wie Sie eine undichte Stelle finden.
Stegplatten dichten Sie an vier Stellen ab: an den Längsstößen über den Sparren mit Schraubprofilen samt Dichtlippen, an der oberen Plattenkante mit Kantenverschlussband, an der unteren Kante mit einem U-Profil mit Tropfkante und an der Hauswand mit einem Wandanschluss. Silikon kommt nur dort hinzu, wo Profile auf Mauerwerk oder Bleche treffen.
Wichtig ist das Zusammenspiel. Eine einzelne perfekte Dichtung nützt wenig, wenn das Wasser an einer anderen Stelle eindringt oder sich auf einer zu flachen Fläche staut. Planen Sie die Abdichtung deshalb schon beim Kauf mit:
An die Sparren gehören Profile mit Dichtlippen, an die Stirnkanten Klebebänder und an die Wand ein Anschlussprofil. Unsere Schraubprofile für 16-mm-Stegplatten haben bereits eingezogene, hellgraue Dichtlippen – im Mittelprofil vier, im Randprofil zwei. Die Dichtungen müssen Sie bei diesem System also nicht separat kaufen und einlegen.
Viele Kunden fragen nach einem „Auflagegummi für Doppelstegplatten“. Gemeint ist meist die Dichtung zwischen Platte und Profil. Bei Systemen mit eingezogenen Dichtlippen ist sie bereits im Profil enthalten. Wer dagegen nur Flachprofile oder Holzleisten verwendet, muss selbst für eine Auflagedichtung sorgen – und genau dort entstehen später die meisten Undichtigkeiten.
| Stelle | Dichtung | Preis bei uns |
|---|---|---|
| Plattenstoß mittig | Schraubprofil Mitte, 4 Dichtlippen | 35,80 € je 2 m |
| Seitlicher Rand | Schraubprofil Rand, 2 Dichtlippen | 35,80 € je 2 m |
| Obere Kante | Kantenverschlussband | 14,95 € je 7,5 m |
| Untere Kante | U-Profil mit Tropfnase | 4,90 € je 980 mm |
| Wand, Ecken, Bleche | Spezialsilikon neutral | 11,90 € je 310 ml |
Die Profile schneiden wir Ihnen kostenlos auf Länge zu. So passen sie genau zur Sparrenlänge, und Sie vermeiden Stöße im Profil, die selbst wieder abgedichtet werden müssten.
Abdichten ja, befestigen nein. Silikon ersetzt weder Schraubprofil noch Schrauben, denn Stegplatten dehnen sich bei Wärme deutlich aus und brauchen Spiel. Verwenden Sie außerdem nur ein neutral vernetzendes, kunststoffverträgliches Silikon. Essigvernetzende Silikone aus dem Baumarkt können Polycarbonat angreifen und Spannungsrisse verursachen.
Sinnvoll eingesetzt wird Silikon an diesen Punkten:
Ganz flächig zwischen Platte und Profil gehört dagegen kein Silikon. Es behindert die Bewegung der Platte, reißt mit der Zeit ab und zieht dann sogar Wasser in den Spalt hinein.
Tipp aus der Montage: Ziehen Sie die Schrauben im Schraubprofil gleichmäßig von der Mitte nach außen an – fest genug, dass die Dichtlippen sichtbar anliegen, aber ohne das Oberteil zu verformen. Zu stark angezogene Profile drücken die Lippen platt, zu lockere lassen bei Schlagregen Wasser durch. Nach dem ersten heißen Sommertag lohnt sich ein kurzer Kontrollblick.
Suchen Sie zuerst die Ursache, bevor Sie nachdichten. Meist tropft es an einem Profilstoß, an der Wand oder an einer Schraube – selten durch die Platte selbst. Lassen Sie bei trockenem Wetter mit dem Gartenschlauch Wasser abschnittsweise von oben nach unten laufen und beobachten Sie von unten, wo der erste Tropfen erscheint.
Typische Ursachen und was hilft:
Hinweis: Ob Ihre Unterkonstruktion, die Sparrenabstände und das Gefälle zu Ihren Platten passen, hängt von Standort und Konstruktion ab. Dazu nennen wir hier bewusst keine pauschalen Zahlen. Rufen Sie uns kostenfrei an unter 0800 000 1766 oder schreiben Sie an info@dk-bedachungen.de – wir prüfen Ihr Vorhaben gern.
Ein leichter Beschlag in den Kammern kann bei starken Temperaturunterschieden vorkommen und ist kein Zeichen für ein undichtes Dach. Entscheidend ist, dass die Feuchtigkeit wieder entweichen kann. Deshalb bleibt die untere Plattenkante diffusionsoffen und das U-Profil hat eine Tropfnase, damit Wasser nach außen abläuft.
Steht dagegen dauerhaft Wasser in den Kammern oder bildet sich Grünbelag, ist meist die obere Kante offen oder die untere komplett zugeklebt. Wer beide Kanten mit geschlossenem Band verschließt, sperrt die Feuchtigkeit ein. Wie Sie die Kanten richtig verschließen, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag zum Kantenverschlussband.
Doppelstegplatten werden nicht direkt miteinander verklebt, sondern über einem Sparren mit einem Schraubprofil verbunden. Das Unterteil liegt auf dem Sparren, beide Platten liegen links und rechts auf, das Oberteil wird darüber verschraubt. Die eingezogenen Dichtlippen pressen sich dabei auf die Plattenoberfläche und halten das Wasser draußen.
Eine nachträgliche Versiegelung der Oberfläche ist nicht nötig. Hochwertige Polycarbonat-Stegplatten haben bereits eine UV-Schutzschicht auf der Außenseite. Beschichtungen oder Lacke aus dem Baumarkt können das Material sogar schädigen. Abgedichtet werden nur die Ränder, Stöße und Anschlüsse – mit Profilen, Kantenband und kunststoffverträglichem Silikon.
Kleine Schäden an Kantenband oder Silikonfuge lassen sich gut erneuern. Ist die Platte selbst gerissen oder durch Hagel gebrochen, ist der Austausch die sichere Lösung. Mit Schraubprofilen geht das recht einfach: Oberteil lösen, Platte herausnehmen, neue Platte auf Maß einlegen und das Profil wieder verschrauben.
Geeignet ist ein neutral vernetzendes, ausdrücklich kunststoffverträgliches Silikon. Unser Spezialsilikon neutral (310 ml, 11,90 €) ist für Acryl und Polycarbonat gedacht und kann innen wie außen verwendet werden. Meiden Sie Silikone, die beim Aushärten nach Essig riechen – sie können Spannungsrisse im Kunststoff auslösen.
Die Dichtlippen sind bereits ins Schraubprofil eingezogen, separat einlegen müssen Sie bei unserem System nichts. Kleben Sie die Auflageflächen der Holzsparren aber mit silbernem Alu-Band ab. Es reflektiert Wärme, verhindert Hitzestau unter der Platte und schützt vor Verfärbungen. Unsere 50-m-Rolle in 60 mm Breite kostet 12,90 €.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unsere anwendungstechnische Beratung nur als unverbindliche Unterstützung dient. Für die fachgerechte Anwendung und Verarbeitung unserer Produkte ist der Käufer bzw. Anwender verantwortlich.
Christian Richter
Technischer Kundenberater · Experte für Vordächer, Bedachungen, Balkone und HPL-Platten, Deutsche Kunststoffbedachungen
Berät Privatkunden und Handwerker zu Vordächern, Terrassendächern, Balkonverkleidungen und HPL-Platten – vom Aufmaß über den Zuschnitt bis zur Montage. Fragen zum Beitrag: info@dk-bedachungen.de oder 0800 000 1766 (kostenfrei).
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